«Bereit, etwas zu bewegen»

Wie die R+B engineering ag vier Handikapierte in ihren Betrieb integriert und welche Rolle die Einstellung spielt.

Die Firma

R+B engineering ag, Brugg/Sargans/Zürich, 35 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

www.rbeag.com


Ausgezeichnet mit dem «This-Priis» 2008
Steven Jacob ist Tetraplegiker, gelähmt, an beiden Beinen und Armen. Er arbeitet als Elektrozeichner bei der Firma R+B engineering ag in Brugg. Er sitzt im Rollstuhl an seinem Arbeitsplatz vor zwei Bildschirmen und zeich­net die Verlegung aller Rohre für Strom und Telekommunikation bei einer Schulhaussanie­rung ein. Mit der rechten Hand bewegt er die Maus seines Computers, eine angepasste Maus, speziell für ihn konstruiert. Mit der lin­ken Hand, an der eine Manschette mit einer Tipphilfe befestigt ist, bedient er drei extra grosse, externe Maustasten. Mit dieser Tipphilfe, welche die Funktion seiner Finger ersetzt, könne er auch die Tastatur bedienen und schreiben, doch das gehe eher langsam, meint er.

Steven Jacob arbeitet seit 13 Jahren bei R+B engineering, einem führenden Ingenieurun­ternehmen im Bereich Gebäudetechnik. In der Zentrale in Brugg und in den Niederlassungen in Zürich, Baden und Sargans planen 35 Mit­arbeiter und Mitarbeiterinnen alles von Tele­kommunikations­und EDV-Netzwerken über Beleuchtung und Klimatechnik bis zu sanitä­ren Einrichtungen, sei es bei grossen Überbau­
ungen, Hotel­und Spitalprojekten oder Indus­triebauten. Gelähmt ist Jacob seit einem schweren Motorradunfall. Damals war er El­ktromonteur im zweiten Lehrjahr. Nach dem Unfall absolvierte er die Lehre als Elektrozeich­ner bei R+B engineering ag. «Das war nahe liegend», sagt er. Grosse Worte über sein Schicksal will er nicht verlieren, er hat es ak­zeptiert. Noch genau erinnern kann er sich an die Antwort seiner beiden Chefs, als er sich be­warb: «Das machen wir», sagten sie einfach.

«Wir sind einer der ersten Elektroplanungs-Betriebe, die einen Tetraplegiker als Elektro­zeichner integriert haben», sagt Hans Jörg Rütsche, Gründer und damaliger Geschäfts­leiter der Firma. Fast ein Jahr habe es gedau­ert, bis die IV und die anderen staatlichen Stellen alle Anpassungen am Arbeitsplatz bewilligt hätten und die Finanzierung erfolgt sei, das sei ein langer Kampf gewesen. «Ein Computer war damals noch kein selbstver­ständliches Arbeitsinstrument, sondern wurde offiziell als <Hilfsmittel> taxiert», lächelt Rütsche heute. Wo sind die Grenzen einer sol­chen Integration? «Eine Grenze setzt nur die eigene Motivation», erklärt Rütsche. ...weiter