Am laufenden Band
Wie die hosberg AG und das Team in der Sortierhalle zwei Handikapierte
integrieren.
Die Firma
hosberg AG, Bio Eierhandel,in Rüti (ZH) mit 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
http://www.hosberg.ch
Das Arbeitsteam
Manuel Baumann, Michael Buchmann, Mehmet Mirena, Nusret Mirena, Luzia Moretti,
Gjevahire Muhaxeri, Lutfie Qerkezi, Marco Wyler, Alfred Reinhard
Ausgezeichnet mit dem
«This-Priis» 2006
«Es muss möglich sein», sagt Alfred Reinhard, «dass neben dem Renditedenken
auch noch andere Gedanken Platz haben.» Reinhard strebt eine Balance zwischen rationellem
Wirtschaften und sozialer Verantwortung an. Vor zwei Jahren suchte er einen Molkerist. Gemeldet
hat sich auch Michael Buchmann, 23-jährig, der gerne Molkerist geworden wäre. Seit Geburt
ist er handikapiert, erhält eine IV-Rente und kann dem Druck im normalen Arbeitsmarkt nicht
standhalten. Reinhard hat ihn eingestellt und seitdem ist die Sortierhalle der hosberg AG sein
Arbeitsplatz und ein zentraler Ort in seinem Leben.
100'000 bis 180'000 Bio-Eier laufen täglich über die Förderbänder in Rüti,
wo die hosberg AG rund 65 Prozent der Bio-Eier-Produktion der Schweiz sortiert, verpackt und an Migros,
Coop und weitere namhafte Geschäfte liefert. Angefangen hat Reinhard am 24. Januar 1997, als
er die erste Lieferung mit seinem Privatauto an die Migros Genossenschaft in Zürich auslieferte.
Das war an seinem 40. Geburtstag, und er war offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt mit dem
richtigen Produkt auf dem Markt aufgetreten. Als Bio-Landwirt
hatte er zusammen mit seiner Frau Milchwirtschaft betrieben, Beeren und Gemüseangebaut und daneben
Hühner gehalten. Doch allein mit der Produktion kam er auf keinen grünen Zweig. Im Vertrieb
von Bio-Produkten sah er eine Chance und speziell im Vertrieb von Bio-Eiern.
Damals waren sie in den Regalen der Grossverteiler noch kaum zu finden, heute beträgt der Marktanteil der
Bio-Eier über 12 Prozent der verkauften Konsum-Eier. Die meisten hat die hosberg AG eingesammelt und
verteilt. Sie vertreibt nur ein Produkt, jedoch in diversen Formen: zum grössten Teil als Frischei,
dann gekocht und gefärbt, pasteurisiert als Eiweiss für die Bio-Meringue-Produktion, als
Eigelb für Bio-Mayonnaise und Salatsaucen, als Vollei für Bio-Teigwaren und wo immer Bio-Eier
in Restaurants und der Fabrikation von Lebensmitteln verwendet werden.
Michael Buchmann arbeitet an verschiedenen Stationen in der Sortierhalle: bei der Auflegemaschine am
Anfang des Förderbandes oder am Ende des Bandes beim Einpacken. «An diesen fünf parallelen Bändern
geht alles hopp-hopp-hopp», sagt Buchmann, ...weiter