Alt und jung
Wie das Haus Tabea drei Handikapierte in ihrem Betrieb integriert und schon beim Empfang ein Zeichen setzt.
Die Firma
Haus Tabea, Altersund Pflegeheim, Horgen, 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen .
www.tabea.ch
Ausgezeichnet mit dem
«This-Priis» 2007

Am Empfang des Altersund Pflegeheims Haus Tabea in Horgen sitzt Irene Diener. Erst als sie von ihrem Sessel herunterrutscht,
fällt mir auf, dass sie kleinwüchsig ist. Seit neun Jahren ist sie verantwortlich für das Sekretariat und die
Buchhaltung im Haus Tabea. Eigentlich hätte sie Tierpflegerin werden wollen, für richtig grosse Tiere im Zoo,
«aber bei meiner Grösse», lacht sie, «war das natürlich nicht möglich». Das Kaufmännische
hat sie auch interessiert, doch nach der Volksschule fand sie keine Lehrstelle. «Wer klein ist,
ist dumm und sofort überfordert»,
hiess es nicht explizit in den Absagen, doch darauf lief es hinaus. Und so musste sie eine Lehre in der Brunau, im Ausbildungszentrum für körperlich
und geistig Behinderte, machen. «Ich war jedoch kein Sorgenkind, ich hatte immer Glück im Leben», sagt Irene Diener.
Sie konnte nach der Lehre als kaufmännische Angestellte temporär arbeiten und wurde schliesslich bei BP-Switzerland als Buchhalterin
eingestellt. Nach sieben Jahren wurde ihr Arbeitsplatz nach Holland verlegt, sie wollte jedoch in der Schweiz bleiben. Und sie wollte
im Sozialbereich arbeiten, «nicht mehr nur Zahlen hinter den Kulissen beigen». Mit der Unterstüzung von BP fand sie
den 100-Prozen-Job als Sekretärin, Buchhalterin und Empfangsdame im Haus Tabea.
Grosse und kleine Freuden, grosse und kleine Sorgen Irene Diener ist nichts fremd. Auch weil sie durch ihre Kleinwüchsigkeit ständig
unter Rückenweh und Schmerzen in den Knien leidet. Sie könnte eine IV-Rente beantragen, doch sie will arbeiten und ist jeden Morgen froh,
dass sie aufstehen und im Haus Tabea auf ihren Bürostuhl steigen ...weiter