Ohne Pina Man­tello, Malina Rado­va­no­vic, Fabri­zio Maloni und die ande­ren Mit­ar­bei­ter ginge das alles nicht, sie schauen zum Rech­ten, wenn Josef Alten­bur­ger mal nicht in Hoch­form ist. Das tun sie jedoch gerne. «Josef sorgt für gute Stim­mung in der Fir­ma», erzählt Daniel Fokas, der zusam­men mit sei­nem Bru­der Chris­tian das Familien­unternehmen H+G Meis­ter AG und eben­so die Toch­ter­firma Ammer AG führt. «Josef sorgt immer wie­der für überraschungen und lehrt uns, mit Unvor­her­ge­se­he­nem um­zugehen», so Fokas.

Die Fokas ver­ste­hen es, mit Unvorher­gese­henem umzu­ge­hen, sie sind Unter­neh­mer im klas­si­schen Sinn. Vater Chri­stos Fokas kam aus Grie­chen­land in die Schweiz, ein Self­ma­de­man, wie er im Buche steht. Als Buch­hal­ter hatte er bei der H+G Meis­ter AG begon­nen, diese bald übernommen und sich auf Bestand­teile für 2-Takt­Schiffsdieselmotoren und Kraft­werke spe­zialisiert. Bis zu fünf Mit­ar­bei­ter mit einer gan­zen oder hal­ben IV-Rente beschäftigte er, und seine Söhne führen diese Tra­di­tion wei­ter. Wie wich­tig das Team und die nöti­gen Betreuer inner­halb der Firma sind, ist Chris­tian Fokas sehr bewusst. Beda Chris­ten, der Werk­statt­chef, ist dabei eine zen­trale Per­son. Er nimmt Anteil am Leben der Han­di­ka­pier­ten, scheut nicht den Auf­wand die­ser Inte­gra­ti­ons­leis­tung und sieht, dass dies für die ganze Firma etwas bringt, zum Bei­spiel punkto Loyalität und Zuverläs­sigkeit.

«Diese Arbeit ist mein Leben», sagt der 34­jährige Chris­tian Schärer, der an der Trenn­maschine steht und die gefrästen ölab­streifringe in drei Teile trennt, mit einer Tole­ranz von weni­gen Zehn­tel­mil­li­me­tern. Er machte eine Anlehre und wollte immer­schon mit Metall arbei­ten – wie sein Gross­vater, der Huf­schmied gewe­sen war. Auch für Hans­ruedi Bacher ist die Firma noch immer ein Teil sei­nes Lebens, obschon er seit fünf Jah­ren pen­sio­niert ist. Er kommt öfters zu Besuch während der Kaffeepau­sen und hilft mit, wenn es am Jah­res­ende ums Ein­pa­cken der Kalen­der geht. Wer ihn ins Lager beglei­tet, staunt: Noch immer weiss er haar­ge­nau, wo die gegen 2000 Arti­kel ste­hen. Noch immer gehört er zur Firma und drückt aus, was Chri­stos Fokas, der Firmengründer, und seine bei­den Söh­ne unter sozia­ler Verant­wortung ver­ste­hen: «Alle gehören dazu.»

Mar­tin Wid­mer, im Januar 2010