Mico1

Für Kari sei eine Welt zusam­men­ge­bro­chen. Für ihn gab es nur eines: mit der Firma gemein­sam umzie­hen. Nach­dem alle Maschi­nen am neuen Ort ein­ge­rich­tet waren, kam er für zwei Wochen zum Schnup­pern. Konn­ten sie ihn ganz­tags beschäftigen, frag­ten sich Cor­rent und Miele wie auch die Verantwort­lichen der geschützten Werk­statt. Für Kari war das keine Frage. Schon am zwei­ten Tag erklärte er: «Ich gehe nicht mehr fort von hier».

Das war am 2. April 1998 und seit Januar 1999 steht er auf MICOs Lohn­liste und ver­dient 500.­Franken monat­lich. «Was will ich mehr», sagt er und strahlt. Am liebs­ten arbei­tet Kari Schmucki an der Dreh­bank, gerne kon­trol­liert er das Kühl­wasser bei den Maschi­nen und füllt das Schmieröl nach. Das Put­zen der Maschi­nen gehört nicht zu sei­nen Lieblings­beschäftigungen, «manchmal ist das ein Elend, wenn man so raben­schwarze Hände bekommt», erzählt er. Und wenn «die Aufträge sich bis unters Dach stapeln» und nie­mand Zeit für einen Kaf­fee fin­det, so klopft Kari sei­nen bei­den Chefs auf die Schul­tern und sagt: «So chömed, hocked mol ab.» In der Pausen­ecke bei der Kaf­fee­ma­schine erzählen Cor­rent und Miele, dass Kari immer eine gute Stim­mung in der 'Bude' ver­breite. Die bei­den Unter­neh­mer haben im Lauf der Jahre gelernt, klar abge­grenzte Arbei­ten für ihn zu fin­den. Ein­fa­che Arbei­ten seien trotz der nume­risch gesteu­er­ten Maschi­nen nicht ausge­gangen. Im Gegen­teil, seien sie ein­mal pro­gram­miert, gebe es genug über­wachungs­und Unter­halts­ar­bei­ten. Dass ver­schie­dene grosse Fir­men immer mehr Arbeitsplätze mit ein­fa­chen Arbei­ten ins Aus­land ver­le­gen, kann Cor­rent aus Kostengründen ver­ste­hen. «Doch jedem kann pas­sie­ren, dass er mor­gen auf dem Eis aus­schlipft und übermorgen genau auf eine solch ein­fa­che Arbeit ange­wie­sen wäre», gibt er zu beden­ken. Und dann? Er schüttelt den Kopf und überblickt sei­nen Betrieb.

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