MICO Präzisionsmechanik GmbH in Kaltbrunn (SG)
«Was will ich mehr»
Wie die MICO Präzisionsmechanik GmbH zu ihrem Angestellten Kari Schmucki kam und wie sie ohne ihn fast nicht mehr denkbar ist.
MICO ist die Abkürzung für die beiden Nachnamen der Inhaber, Miele und Corrent. Zu zweit mit einem Fräsund einem Drehcenter standen sie am 1. Mai 1988 in einer kleinen Produktionshalle in Jona bei Rapperswil und machten sich auf die Suche nach Aufträgen. Heute beschäftigt die MICO Präzisionsmechanik GmbH fünf Mitarbeiter, ein alter mechanischer Drehbank befindet sich noch hinten in der Halle, vorne stehen je drei grosse CNC-gesteuerte Fräsund Drehcenter, die rund um die Uhr laufen. Aus hochwertigem Stahl stellen sie Bestandteile für den Fahrzeug-, Formenund Maschinenbau her, zum Beispiel Bestandteile, welche den PET-Flaschen, Zahnbürsten oder CDs die richtige Form geben. Da ist Präzision gefragt.
Alessandro Miele ist in Italien aufgewachsen, Candidio Corrent im Glarnerland, doch auch er stammt ursprünglich aus Italien. In ihren blauen Überkleidern sind sie von den andern Mitarbeitern nicht zu unterscheiden. Und auch Karl Schmucki, der an einer Bohrmaschine arbeitet, fällt nicht auf. Kari, wie sie ihn alle nennen, arbeitet seit sieben Jahren bei MICO. Er ist 53 Jahre alt, und sein kurz geschnittenes Haar ist schon grau. Konzentriert bohrt er ein kleines Loch in den Stahlzylinder, der am Ende der Produktionskette nur noch halb so viel Material umfasst und einmal Millionen von PET-Flaschen formen wird.
Vorsichtig löst er die schweren Zylinder nach dem Bohren aus der Lehre, doch dann wirft er sie in die Kiste mit den bearbeiteten Werkstücken.
«Vorsicht, nicht werfen», mahnt Corrent und denkt an die Spritzformen. «Den Zylindern tut es nicht weh», antwortet Kari, «doch den Füssen, wenn etwas hinunterfällt.» Und dann schaut er auf seine Füsse, danach betrachtet er alle seine Finger: «Man muss unheimlich vorsichtig sein», sagt er und betont jedes Wort.
Wie ist Kari zu MICO gekommen? Er arbeitete viele Jahre in der geschützten Werkstätte der Stiftung Balm für Menschen mit einer geistigen Behinderung in Jona und brachte einmal verschiedene Werkstücke zum Flachschleifen zu MICO. Die Firma für Präzisionsmechanik lag unmittelbar neben der Werkstätte, «und so begann er nach seinem Arbeitsschluss noch rasch bei uns hineinzuschauen», erzählt Corrent. «Dann kam er auch vor Arbeitsbeginn, schnell zum Znüni, vor und nach der Mittagspause, zum Zvieri und eben nach Arbeitsschluss», fährt Corrent weiter. Da habe er ihm kleine Aufträge gegeben, Kübel leeren, eine Maschine putzen oder Öl nachfüllen. So hätten sie noch lange weiterfahren können. Doch dann sei die Auftragslage immer besser und die Produktionshalle langsam zu klein geworden, in Kaltbrunn östlich vom oberen Zürichsee hätten sie ein grösseres Produktionsgebäude gefunden. Es galt, von Kari Abschied zu nehmen.
www.mico-gmbh.ch
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