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Von Anfang an haben die Lehmanns Leute mit einem Handikap beschäftigt. Marco Hodel in der Holzofenbäckerei formt die Brote und platziert sie auf dem Einschussapparat, einem mehrstöckigen Gestell auf Rädern, auf dem die Brote aufgehen und dann in den Backofen «eingeschossen» werden. Sein Arbeitstag beginnt um Mitternacht und endet gegen neun Uhr morgens. Im Ekkharthof hat er eine Ausbildung als Bäckereigehilfe durchlaufen und nach einem Praktikum die 100-Prozent-Stelle bei Lehmanns bekommen. «Mir gefällts», sagt er und lacht über das ganze Gesicht. In der Tagesschicht arbeitet Basil Haegi und wäscht alles ab, am liebsten die grossen Becken, und zwar mit dem Hochdruckreiniger. Im Laden steht Jaqueline Rüsi, sie schätzt den täglichen Kontakt mit den Kunden. In der Küche kocht Barbara Schäfli jeden Tag ein Mittagessen für die Mitarbeiter der Tagesschicht. Was ist die Motivation, Handikapierte zu beschäftigen? Andreas Lehmann bleibt stehen und streicht sich durch das weisse Haar. «Handikapierte sind wie Seismografen», sagt er. «Sie nehmen die leistesten Erschütterungen wahr,» fährt er weiter. «Wie meine anderen Mitarbeiter mit ihnen umgehen, ist für mich ein Gradmesser für das Klima im Betrieb.» Später auf dem Rundgang erzählt er, dass seine Mutter an Multipler Sklerose, einer Rückenmarkerkrankung, gelitten und dass in der väterlichen Bäckerei während 50 Jahren ein Epileptiker gearbeitet habe. Am meisten freut ihn, dass seine beiden Söhne, die 2007 die Leitung des Betriebs übernommen haben, sein Engagement weiterführen. Florian und Joachim Lehmann haben mit dem Ekkharthof ein besonderes Projekt entwickelt, «ein Integrationsprojekt von speziell begabten und normal behinderten Menschen«, wie sie es nennen. Eine Gruppe der Bäckerei des Ekkharthofs stellt während der Weihnachtszeit innerhalb der Holzofenbäckerei Lehmann Weihnachtskonfekt in Bio-Qualität her und nutzt die Infrastruktur der Grossbäckerei. Die beiden Bäckereiteams arbeiten unter optimalen Bedingungen zusammen. Das Projekt soll an Ostern fortgesetzt werden. Die Lehmanns haben in Lanterswil als Aussteiger begonnen und vielen einen Einstieg ins Arbeitsleben ermöglicht, die sonst kaum eine Chance gehabt hätten. Martin Widmer, im Januar 2009 |